Naturstein – ein Naturprodukt
Naturstein ist ein Naturprodukt, dessen besondere Eigenschaften durch die Art und Bindung der gesteinsbildenden Mineralien bestimmt wird. Naturstein ist kein uniformes Industrieprodukt, sondern zeigt seine Entstehungsgeschichte. Hieraus resultiert das einzigartige Erscheinungsbild.
Die hervorragenden Eigenschaften der Natursteine sind seit vielen Jahrtausenden ausschlaggebend für deren Verwendung als Baustoff. Wir möchten, dass auch Sie langfristig Freude an unseren Natursteinprodukten haben und mit der Qualität unserer Leistungen zufrieden sind.
Aufgrund von Umwelteinflüssen im Außenbereich können Baumaterialien im Allgemeinen und auch Natursteine Reaktionen unterliegen, die das Erscheinungsbild der Materialien mehr oder minder stark beeinflussen. Daher sollten immer die gesteinsspezifischen Eigenschaften Berücksichtigung finden. Zudem sollten in der Anwendung die aktuellen Richtlinien der Bautechnik beachtet werden. Dazu haben wir Ihnen einige grundlegende Eckdaten zusammengestellt.
Maßtoleranzen
Natursteine weisen Maßtoleranzen zu den genannten Abmessungen auf. Die Maßtoleranzen richten sich nach Art, Beschaffenheit und Verarbeitung des Natursteinproduktes und entsprechen dem natürlichen Charakter dieses Baustoffes.
Farb- und Strukturschwankungen
Naturstein ist niemals gleichmäßig. Jeder Naturstein ist ein Unikat mit wechselnden Farben und Texturen. Zu den natürlichen Farbvariationen zählen auch korrosionsbedingte Färbungen oder andere Farbveränderungen, die durch die mineralischen Bestandteile im Gestein hervorgerufen werden. Naturstein variiert neben Farbe und Textur auch in Korngröße und Verteilung. Diese von der Natur geschaffenen Variationen sind auch innerhalb einer Charge zu erwarten und prägen das einzigartige Erscheinungsbild von Natursteinbelägen. Musterflächen und Abbildungen dienen daher ausschließlich der Orientierung und nicht als verbindliche Farb- und Strukturpräsentation. Mit der Zeit können sich Natursteinbeläge farblich verändern. Dunkle Kalksteine z. B. werden zumeist durch Witterungseinflüsse in Außenbereichen heller. Einige Gesteinssorten können mit der Zeit auch farbintensiver werden. Im Allgemeinen entfaltet ein Naturstein - wie auch ein guter Wein - seinen wahren Charakter im Laufe der Jahre.
Wasseraufnahme
Natursteine zeichnen sich durch eine unterschiedliche Wasseraufnahme aus. Diese kann auch innerhalb eines Produktionsvorkommens variieren. Hieraus kann unter Umständen ein unregelmäßiges Abtrocknungsverhalten der verlegten Natursteinflächen resultieren.
Natürliche Spaltlinien, nachträgliche Aufspaltungen und Oberflächenveränderungen
Bei Spaltmaterialien, wie z.B. Porphyr, Quarzit, Sandstein, Grauwacke und Schiefer können durch Druck und äußere Einwirkungen Aufspaltungen vorkommen oder gelegentlich können Spaltlinien leicht offen stehen. Wir empfehlen die Platten vor der Verlegung auf Spaltrisse zu überprüfen. Wir raten, Platten mit Spaltlinien nicht zu verlegen bzw. vor der Verlegung entlang der Spaltlinie zu trennen. Durch natürliche, oberflächenparallele Spannungen im Gestein, die z. B. durch Temperaturschwankungen hervorgerufen werde können, sind auch nachträgliche Aufspaltungen nicht auszuschließen. Bei Sedimentgesteinen mit Oberflächenveredelung kann sich die optische Erscheinung durch Witterungseinflüsse in Außenbereichen aufgrund des Verlustes einer dünnen Oberflächenschicht verändern. Bei Travertin zeigen sich im Laufe der Zeit meist mehr Hohlräume als im Lieferzustand, da einige Löche direkt under der Oberfläche zu Anfang nicht sichtbar sind - sich aber im Laufe der Zeit durch Abwitterung und -Nutzung der Fläche zeigen. Auch Abplatzungen aufgrund gefrorener Wasserpfützen, die sich im Winter in den Hohlräumen von Travertin gebildet haben, sind nicht auszuschließen.
Umwelteinflüsse
Häufige Ursache für Beanstandungen an Bodenbelägen sind Verfärbungen, die meist aufgrund von Reaktionen mit anderen Substanzen ober- oder unterhalb des Bodenbelags zurückzuführen sind.
Auf Bodenbelägen, die im Mörtel- oder Splittbett verlegt sind und häufig durchfeuchtet werden, können dunkle Feuchtflecken und Kalkablagerungen entstehen. Zeitweise auftretende Feuchtigkeitsflecken an der Belagsoberseite sind unvermeidlich und stellen kein Mangel dar.
Durch Risse im Fugenmörtel oder durch Kapillare dringt Feuchtigkeit in den Untergrund ein und löst Calciumhydroxid aus dem Verlegemörtel oder Betonuntergrund. Beim Verdunsten der Feuchtigkeit wird das Calciumhydroxid an die Oberfläche transportiert und bleibt infolge einer Carbonatisierung als Kalksinter an der Oberfläche zurück. Da das Eindringen von Wasser in den Untergrund kaum vermieden werden kann, können Kalkausblühungen nur durch eine gut funktionierende Entwässerung des Untergrundes verhindert werden. Zur Vermeidung von Staunässe sollte daher der Untergrund ein Gefälle aufweisen und das Verlegebett wasserdurchlässig sein.
Ferner können Verfärbungen durch Fremdeinwirkungen von oben, d.h. von außen eingetragene Substanzen wie z.B. Eisenbestandteile, Salze und Humussäuren verursacht werden, die in Verbindung mit Wasser über die Kapillare in den Naturstein sowie in die Fuge eindringen. Eine geeignete Imprägnierung, die die Aufnahmefähigkeit des Belags reduziert, kann derartige Verfärbungen vermindern.
Verfärbungen durch die Umwandlung von Substanzen im Naturstein selbst treten weitaus seltener auf, als das bei anderen Materialien der Fall ist. Dennoch können z. B. magmatische und metamorphe Gesteine durch Verwitterung des Mineralbestands Biotit gelblich verfärbt werden. Doch auch Umwandlungen von Substanzen im Naturstein stellen einen natürlichen Verwitterungsprozess dar und können nicht ausgeschlossen werden.
Vor der Verarbeitung
Natursteinprodukte weisen, wie schon erwähnt, Farbschwankungen auf, auch innerhalb einer Charge. Sofern Sie mehrere Verpackungseinheiten eines Artikels erhalten, sollten Sie die Materialien aus allen Einheiten vor bzw. während der Verarbeitung mischen, um ein schönes, gleichmäßiges Farbverhältnis zu gewährleisten.
Natursteinplatten sind vor der Verlegung (nass) zu reinigen. Staub, Sägeschlamm oder ähnliches beeinträchtigen die Haftung im Mörtelbett. Wir empfehlen bei Natursteinplatten rückseitig eine Haftschlämme aufzutragen, um den Haftverbund zwischen Platte und Mörtelbett zu verbessern. Zudem vermindert die Haftschlämme die Aufnahme von Feuchtigkeit.
Die Prüfung der gelieferten Artikel sollte sofort bei Erhalt erfolgen. Beanstandungen von bereits verarbeiteten Produkten können wir nicht anerkennen.
Wasserführung
Bei der Planung von Bodenbelägen ist auf eine kontrollierte Entwässerung der Belagsoberfläche und der Bettung zu achten. Die Entwässerung der Pflasterdecken und der Plattenbeläge ist besonders wichtig für die Haltbarkeit des Belages. Bodenbeläge im Außenbereich sind mit einem Gefälle zu verlegen, das eine gezielte Ableitung von Oberflächenwasser ermöglicht. Ebenso muss der Verlegeuntergrund ein Gefälle aufweisen, um eine rasche Ableitung von eingedrungenem Wasser in eine Drainageleitung oder einen Ablauf zu ermöglichen. Das einzuhaltende Mindestgefälle ist von dem Belag, der Oberflächenbeschaffenheit und der Art der Verlegung abhängig. Üblich ist ein Mindestgefälle von 2- 3%.
Verlegemörtel
Zementäre Mörtel neigen bei Nässe zu Ausblühungen und erhöhen die Gefahr von Verfärbungen im Naturstein. Trasszemente können diese Erscheinungen vermindern. Kalk darf dem Mörtel nicht beigemengt werden. Beläge im Außenbereich sind üblicherweise nicht wasserdicht. Um in den Untergrund eindringendes Wasser schnell abzuleiten, ist die Verwendung eines drainagefähigen Mörtels (Einkornmörtel) empfehlenswert.
Fugen
Bodenplatten dürfen nicht knirsch verlegt werden. Mit den Fugen werden die Maßtoleranzen der Platten ausgeglichen. Bei spaltrauen Materialien dienen die Fugen zudem zur Verminderung von Überzähnen. Die Fugenbreite richtet sich nach Format und Art des Natursteinproduktes, der Beanspruchung, der Art der Verfugung und dem gewünschtem Fugenbild. Sie sollte mit dem ausführenden Fachbetrieb vorher vereinbart werden. Üblicherweise betragen die Fugenbreiten bei Bodenplatten mit gesägten Kanten ca. 5-8 mm, bei Bodenplatten mit behauenen Kanten ca. 10 -15 mm. Für einige Natursteinprodukte muss unter Umständen aufgrund höherer Maßtoleranzen eine breitere Fuge vereinbart werden. Werden die Fugen vergossen oder von Hand verfugt, müssen sie mindestens 8 mm breit sein. Ferner sind notwendige Dehnungsfugen vorzusehen.
Das Verfugen der Beläge darf erst nach dem Austrocknen des Verlegemörtels erfolgen. Wir empfehlen die Platten gut vorzunässen, damit ein Eindringen des Mörtels an der Oberfläche vermindert wird. Verschiedene Fugenfüllungen können bei bestimmten Steinen in den Randbereichen eine Verfärbung hervorrufen. Bitte informieren Sie sich im Vorfeld über das geeignete Fugenmaterial und beachten Sie unbedingt die Herstellerangaben.
Reinigung und Pflege
Pflaster- und Plattenbeläge sind schonend zu reinigen. Reinigungsmittel und die Art der Reinigung sind auf das jeweilige Naturstein- und Fugenmaterial abzustimmen. Kalkstein, Marmor, Travertin auch auch einzelne Hartgesteine, wie z. B. Kristall schwarz, sind säureempfindlich. Allgemein sollte der Einsatz chemischer Produkte im Vorfeld genau geprüft werden, da diese bei falscher Anwendung mehr Schaden als Nutzen mit sich bringen. Zudem können chemische Produkte grundsätzlich zu einer Farbveränderung der Natursteine führen. Für die dauerhafte Pflege Ihres Natursteins führen wir auch Imprägnierungen in unserem Sortiment. Bitte berücksichtigen Sie bei der Imprägnierung von Natursteinbelägen, dass Mörtel- bzw. Epoxidharzrückstände vollständig entfernt bzw. abgewittert sein müssen.
Die Herstellerangaben aller Pflege- und Reinigungsprodukte sind bei der Verarbeitung zwingend zu beachten.
Streusalz
Die Verwendung von Streusalzen stellt eine hohe Beanspruchung für Bodenbeläge dar und sollte, auch aus Umweltschutzgründen, vermieden werden. In Wasser gelöstes Tausalz, das durch Fugen in die Mörtelbettung eindringt, führt häufig zu einer Zerstörung des Mörtelgefüges und vermindert somit den Verbund zwischen Mörtel und Naturwerkstein. Auch sind nicht alle Natursteinprodukte unempfindlich gegen Streusalz.
Wir bieten Ihnen während der Wintersaison Schnee- und Eisfrei, ein spezielles Auftaugranulat für Naturstein an.
*Bitte beachten Sie: Diese Hinweise erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Hieraus entsteht kein Anspruch auf Haftung im Schadensfall. Die NGR Natursteingesellschaft mbH erteilt grundsätzlich keine verbindlichen Anwendungsempfehlungen. Jede Baustellensituation kann anders sein. Die Verarbeitung von Naturstein sollte stets durch einen Fachbetrieb in Abstimmung mit dem Bauchemielieferanten und nach dem jeweils aktuellen Stand der Bautechnik sowie unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und der Eigenschaften der eingesetzen Natursteine durchgeführt werden.