25 Jahre NGR mit Interview

25 Jahre NGR mit Interview

Auch Steine haben mal klein angefangen

Ein Gespräch zwischen Timo Lindner (TL), Geschäftsführender Gesellschafter der NGR, und dem Wirtschaftsjournalisten Georg-W.Exler (GWE), aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der NGR

GWE: Sind 25 Jahre NGR für Sie ein Grund zu feiern, Herr Lindner?
TL: Natürlich freue ich mich, freut sich unser Team darüber, dass die NGR auf eine erfolgreiche 25-jährige Geschichte zurückblicken kann. Aber feiern? Wir investieren lieber in die Zukunft der NGR, und vielleicht ist es ja auch eine Art zu feiern, dass wir 2016 unser 2000 qm großes Orange County eröffnen können, eine wirkliche einzigartige, inspirierende Garten- und Steinlandschaft mit Natursteinen aus aller Welt. 25 Jahre sind in der Welt der Natursteine, in der in Jahrmillionen gerechnet wird, ja nicht mehr als ein Wimpernschlag. Was bedeuten da schon 25 Jahre? 25 Jahre sind für unsere Kunden doch vor allem eines: ein Zeichen für Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Kontinuität. Und das ist uns in der Tat ganz wichtig: sowohl für unsere Kunden als auch unsere Lieferanten in aller Welt ein verlässlicher, langfristiger Partner zu sein.

GWE: Vielleicht erzählen Sie uns trotzdem ein wenig über die Geschichte der NGR.
TL: Lassen Sie mich einmal so beginnen: wenn man heute an Steine als Baumaterial denkt, dann denkt man zunächst an Verkleinern, an das Spalten von Steinen in Formate, die man beim und zum Bauen verwenden kann.

So seltsam das auch klingen mag, auch Steine haben mal klein angefangen, und haben sich über Jahrmillionen zu großen Blöcken verfestigt.

Ja, und die NGR hat vor 25 Jahren auch einmal ganz klein angefangen als Händler für gebrauchte Pflastersteine. Damals haben die Kommunen viel Natursteinpflaster für die Gestaltung öffentlicher Räume verwendet. Wir sind dann – man könnte wieder sagen wie unser Produkt Natursteine – ganz organisch gewachsen.

Aus dem Handel heraus entstand die Idee, selber Pflastersteine zu produzieren und spalten. Unser wachsendes Sortiment sprach sich herum, und so wurden immer mehr Landschaftsgärtner Straßenbauer, Fliesenleger und Fachhändler auf uns aufmerksam, und mit deren Anfragen und Wünschen wuchs unser Sortiment stetig.

Um den Ansprüchen unserer Kunden gerecht zu werden, haben wir den direkten Weg zu den Rohstoff-Lieferanten in aller Welt auf- und stetig ausgebaut. So können wir heute die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoff Naturstein über die Weiterverarbeitung und Produktion bis zum Handel und der Beratung bei der Erstellung von Gestaltungskonzepten anbieten.

Wir haben in 25 Jahren nicht nur kontinuierlich unser Sortiment und Leistungsspektrum sondern ebenso unser Vertriebsnetz, unsere Kunden- und Lieferantenbeziehungen erweitert. Ich denke, die Art und Weise, wie wir das getan haben, ist wirklich einzigartig.

GWE: Wenn Sie von „einzigartig“ sprechen, Herr Lindner, gibt es noch mehr, das die NGR von Mitbewerbern unterscheidet?
TL: Eigentlich rede ich nicht gerne über Mitbewerber, weil es nicht meine Aufgabe ist zu vergleichen, sondern das sollten – wenn überhaupt – unsere Kunden tun. Sie sind es, die beurteilen, was gut und was nicht gut ist.

Aber nichtsdestotrotz: wenn es ein Zeichen von Qualität ist, dass man kopiert wird, dann scheinen wir auf dem richtigen Weg zu sein, denn kopiert werden wir oft. Wir haben viele neue Produktionstechnologien, neue Formate für Natursteine entwickelt, und diese finden offensichtlich viele Nachahmer. Ich weiß nicht, wie unsere Mitbewerber das sehen, wir haben uns jedenfalls für eines entschieden: das, was wir machen, wollen wir gut machen. Um mit Dr. Oetker zu sprechen:

Qualität ist das beste Rezept.

Da wollen wir keine Abstriche machen. Und da ist es wie in vielen anderen Branchen auch: den Unterschied macht das Detail. Das fängt beim Rohstoff an, geht über die Verpackung bei der Verschiffung, die Aufarbeitung der Rohmaterialien bis zu den Logistikkonzepten und der Beratung.

Apropos Beratung: unsere Handelspartner, die Landschaftsgärtner und Fliesenleger, die Planer und Fachhändler aus dem Bereich Natursteine und Baustoffe schicken ihre Kunden gerne zu uns, um sie von uns beraten zu lassen. Für uns ist das ein außerordentlicher Vertrauensbeweis, und dem wollen wir gerecht werden. Wenn viele unserer Fachkunden seit nunmehr 25 Jahren mit uns zusammenarbeiten, ist das für mich ein Zeichen, dass wir doch Vieles richtig gemacht haben.

Na ja, und schließlich verfügen wir sicher über eine Sortimentsbreite mit rund 350 Steinsorten und über 3000 Artikeln, die ihresgleichen sucht.

GWE: Wenn man mit Ihnen spricht, Herr Lindner, gewinnt man den Eindruck, die NGR und Natursteine sind für Sie weit mehr als nur ein Beruf. Ist das so?
TL: Das klingt vielleicht etwas seltsam, aber Natursteine sind in der Tat meine Leidenschaft, und ich habe damit sogar meine Frau „infiziert“. Natursteine sind einfach ein ungeheuer faszinierendes und vielschichtiges Material.

Ich habe ja 1993 bei der NGR, die von meinem Onkel, Leo Wesselmann gegründet wurde, und in der mein Stiefvater, Karl-Heinz Donath, die Betriebsleitung hatte, eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel begonnen.

Die beiden haben alles richtig gemacht, als sie mich eben nicht sofort „ins Büro steckten“ sondern erst mal einige Monate in der Produktion und im Lager arbeiten ließen. Da habe ich dann das Material, den Rohstoff, die Produktionsprozesse und Arbeitsabläufe kennengelernt und wie man an teils nur kleinen Nuancen
Qualitäten und Steinsorten unterscheidet.

Natursteine haben Charakter oder besser: jeder Naturstein hat seinen eigenen Charakter, kein Stein gleicht dem anderen.

Das macht meine Arbeit ungemein vielfältig und interessant. Dazu kommen die vielen intensiven Kundengespräche und natürlich auch die vielen Reisen zu den Lieferanten in aller Welt. In meiner Zeit bei der NGR sind eben nicht nur viele Geschäftsbeziehungen sondern viele intensive Freundschaften entstanden.

Die NGR hat sich in den vergangenen 25 Jahren wirklich zu einer Natursteinwelt, zu einer Welt der Natursteine entwickelt, und ich würde lügen, wenn ich sage, dass es mich, meine Frau und unser Team nicht stolz macht, was da im wörtlichen Sinne gewachsen ist.

GWE: Stichwort Wachstum? Ist weiteres Wachstum ein Ziel?
TL: Ich glaube nicht, dass Wachstum ein Ziel ist oder sein sollte.

Wachstum ist die Folge von etwas, das man gut macht.

Ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass wir wachsen werden, aber damit ist nicht und kann nicht allein Größe gemeint sein. Für uns bedeutet Wachstum zuallererst, kontinuierlich besser zu werden, in dem, was und wie wir es tun.

Das bedeutet, unser Produkt-, Leistungs- und Angebotsspektrum immer weiter auszubauen. So haben wir seit mehr als einem Jahr unser Sortiment um sehr hochwertige Keramik in tollen Designs erweitert. Wir haben neue Produkte wie die Atrimus-Bodenplatten in neuen Formaten eingeführt. Wir können in diesem Jahr unser Orange County, eine wirklich faszinierende Garten- und Steinlandschaft eröffnen. Und wir werden unser Netz mit Stützpunkthändlern stetig erweitern und verstärkt im internationalen Markt aktiv sein.

Ich denke, drei Worte sind mir wichtiger als Wachstum: Qualität, Innovation und Kontinuität. Wenn wir auch künftig alles für Qualität geben, wenn wir weiterhin innovativ sind und kontinuierlich an unserer Weiterentwicklung arbeiten, und wenn wir unseren Kunden im wörtlichen Sinne mehr Wert bieten, ist Wachstum beinahe eine natürliche Folge.

GWE: Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Lindner.